Model und Malerin Marina Arsangerieva: "Ich wünsche mir, dass mein Land in Ruhe gelassen wird"

Ein Model, das malt und sich politisch engagiert – das ist die wunderschöne Marina Arsangerieva. Im stylish.de-Interview spricht sie über ihre Auswanderung nach Deutschland, ihre Entdeckung als Model und über die Ereignisse in der Ukraine.

Marina Arsangerieva ist Model und Malerin.
© Anna Heupel

stylish.de: Hallo Marina, du bist erst vor drei Jahren für dein Studium der Theater-, Film-und Medienwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt nach Deutschland ausgewandert. Dafür musstest du dein Heimatland, die Ukraine, verlassen. Wie schwer fiel dir der Abschied von Familie und Freunden und hast du dich jetzt gut eingelebt?

Marina Arsangerieva: Nach meinem Bachelor-Abschluss als Dolmetscherin wollte ich unbedingt ins Ausland reisen, um ein neues Leben anzufangen. Ich wollte nämlich niemals diesen Beruf ausüben und mich viel mehr künstlerisch entfalten.

Ukrainisches Model Marina Arsangerieva
© Lena Usenko

Ich hatte immer eine sehr enge Beziehungen zu meiner Familie, deswegen war ich fast nie weit weg von meinen Eltern und meiner lieben Schwester. Es war für mich sehr schwer, mich von ihnen verabschieden zu müssen und wegzuziehen. Dennoch war ich mir sicher, dass sich etwas ändern musste, da ich mich weiterentwickeln wollte. Da ich an der Uni als zweite Fremdsprache Deutsch studiert hatte, habe ich mich schließlich für Deutschland entschieden und bin nach Frankfurt gekommen.

Model Marina Arsangerieva
© Mischa Buckow

Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie schwer es für mich am Anfang war, mich in ein fremdes Land einzuleben. Ich hatte großes Heimweh, beherrschte die Sprache nicht optimal und hatte hier keine Freunde. Die Situation war nicht leicht und oft verfiel ich in depressive Stimmungen. Andererseits war ich genau in solchen Momenten besonders inspiriert, um künstlerisch tätig zu werden.

Nach und nach habe ich hier viele nette Menschen kennengelernt und gute Freunde gefunden. Momentan fühle ich mich sehr wohl in Deutschland und ich liebe Frankfurt unheimlich. Ich mag mein Leben hier und genieße jeden Tag.

stylish.de: Mit nur 165 cm konntest du dich als gut gebuchtes Model etablieren. Wie hast du es geschafft, die Agenturen von dir zu überzeugen?

Marina Arsangerieva: Ich bin damals von einer Visagistin angesprochen worden. Sie fragte mich, ob ich nicht Lust auf ein Shooting hätte und meinte, dass ihr meine Augenbrauen gefielen. Wir haben geshootet und das hat richtig Spaß gemacht. Danach bekam ich Anfragen von mehreren Fotografen. Ich bin selbstbewusster geworden, habe mich bei Agenturen beworben und bin schließlich Model geworden. Da ich hauptsächlich als Fotomodel tätig bin, ist meine Größe kein Problem. Auf den Fotos sieht man das ja zum Glück nicht.

Marina Arsangerieva Beauty-Shooting
© Martin Castillo

stylish.de: Eine sehr große Leidenschaft von dir ist das Malen. Die Kombination von Mode und Kunst hört sich spannend an. Erzähl uns mehr von deiner Kunst. Wann ist deine nächste Ausstellung geplant?

Marina Arsangerieva: Ich habe immer gemalt. Es war immer mein Hobby und meine größte Leidenschaft. Ein Leben ohne etwas künstlerisch zu schaffen, wäre für mich undenkbar. Ich mag besonders Van Gogh. Seine Bilder haben mich sehr stark beeinflusst. In vielen meiner Arbeiten dominieren bunte Farben und impressionistische Motive. Vor allem in meinen letzten Bildern merke ich, dass ich auf dem Weg bin, meine eigene Richtung zu finden. Ich versuche, bunte Farben mit surrealistischen Ideen zu verbinden und mit meinen Bildern etwas zu erzählen. Meine Kunst kommt aus meinem Leben, in den Bildern zeige ich meine inneren Gefühle.

Ende des Jahres ist eine Ausstellung geplant und dafür müssen noch viele neue Werke gemalt werden, worauf ich mich riesig freue!

Marina Arsangerieva Shooting
© Oxana Matvejchuk

stylish.de: Deine modischen Idole sind Marlene Dietrich, Greta Garbo und Coco Chanel. Warum sind diese Damen für dich so inspirierend und was können wir heute von ihnen lernen?

Marina Arsangerieva: Diese wundervollen starken Frauen hatten großartige Persönlichkeiten. Mit ihrem Schaffen und ihrem besonderen Lebensstil haben sie mich sehr inspiriert. Sie waren und sind bis heute Ikonen. Ich persönlich habe von diesen Frauen gelernt, dass man unbedingt sich selbst treu bleiben muss und das machen soll, was einem am Herzen liegt. Nur so kann man seine eigenen Träume erfüllen, trotz aller Unannehmlichkeiten und Schwierigkeiten.

Marina Arsangerieva schwarz weiß
© Martin Castillo

stylish.de: Nun eine etwas politische Frage: Was sagst du zu den aktuellen Ereignissen in deinem Heimatland? Was wünscht du dir für die Ukraine?

Marina Arsangerieva: Ich finde es schrecklich, was in meinem Land momentan passiert. Ich hätte mir niemals vorstellen können, dass es in der Ukraine zu solchen Ereignissen kommt. Ich bin sehr stolz auf die Ukrainer, die keine Angst davor hatten, ihre Rechte zu verteidigen! Für die Aktion EuroMaydan bin ich selbst nach Berlin gefahren, um daran teilzunehmen.

Jetzt wünsche ich mir nur, dass mein Land in Ruhe gelassen wird, dass mein Land souverän bleibt und dass keine Propaganda in der ukrainischen Bevölkerung Unfrieden stiftet. Das Territorium der Ukraine soll auf keinen Fall geteilt werden. Wir sind ein souveränes Land und ich hoffe, dass wir es alleine schaffen, unsere innenpolitischen Problemen zu lösen, ohne die Hilfe von ausländischen Truppen

Steckbrief Marina Arsangerieva

Zum Abschluss noch unser stylish.de-Steckbrief. Wir wollen wissen, was du stylish findest - jeweils ein Wort/Begriff genügt.

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