Zero waste: Marie Delaperrière über verpackungsfreien Lebensmitteleinkauf

Trendbegriffe oder Teil des Alltagswortschatzes? Zero waste und foodsharing sind Wörter, die uns immer häufiger begegnen. Wir haben Marie Delaperrière interviewt. Sie ist Inhaberin von unverpackt, einem verpackungsfreien Lebensmittelgeschäft in Kiel.

Zero waste: Marie Delaperrière über verpackungsfreien Lebensmitteleinkauf
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stylish.de: Hi Marie, was bedeutet denn eigentlich zero waste?

Marie Delaperrière: Zero waste heißt wörtlich „kein Müll“, es geht im Groben also darum, einen Lebensstil zu pflegen, bei dem man möglichst wenig oder gar keinen Müll produziert. Im Besonderen geht es dabei um Plastikmüll.

stylish.de: Wann hast du erkannt, dass du bei dem Verpackungswahnsinn nicht mehr mitmachen willst?

Marie Delaperrière: Ich habe einen Artikel gelesen, in dem über Bea Johnson berichtet wurde, die es geschafft hatte, drei Jahre lang mit ihrer Familie den Alltag zu bewältigen, ohne Müll zu produzieren. Dieser Artikel hat mich stark beeindruckt und ich stellte mir die Frage, ob ich mit meiner fünfköpfigen Familie auch etwas in der Art umsetzen könnte. Nach jedem Großeinkauf stand ich vor einem Berg von Lebensmittelverpackungen.

Unverpackt Ware
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stylish.de: Also hast du dich entschlossen, deinen eigenen Laden zu eröffnen?

Marie Delaperrière: Genau, ich kannte das Konzept schon aus meinem Heimatland Frankreich, den USA und Großbritannien und wurde motiviert, auch so einen Laden aufzumachen. Man muss Kunden ja auch die Möglichkeit geben, überhaupt nach dem Motto zero waste einzukaufen. Im Jahr 2014 hat dann unverpackt in Kiel seine Türen geöffnet, es war das erste Geschäft dieser Art in Deutschland. 2015 konnten wir schon in einen größeren Laden umziehen. Mittlerweile gibt es viele weitere Geschäfte in ganz Deutschland.

Unverpackt Obst und Gemüse
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stylish.de: Bei unverpackt ist der Name Programm, wie genau funktioniert der Einkauf?

Marie Delaperrière: Man bringt einfach seine eigenen Gefäße mit, die man zuerst leer wiegt, damit deren Eigengewicht später an der Kasse abgezogen werden kann. Dann befüllt man sie aus unseren Bulk Bins, also den Lebensmittelspendern, die uns eine plastikfreie Aufbewahrung ermöglichen. Dabei helfen wir unseren Kunden auch, die richtigen Mengen zu finden. Man sollte schließlich nur das kaufen, was man auch wirklich braucht.

Bulk Bins bei unverpackt
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stylish.de: Sich an diesen Grundsatz zu halten, fällt nicht immer leicht. Da kommt das Stichwort foodsharing ins Spiel, wie stehst du zu diesem Thema?

Marie Delaperrière: Man neigt dazu, mehr kaufen als das, was man wirklich braucht und dementsprechend werden auch zu viele Lebensmittel weggeworfen. So haben sich in den meisten größeren Städten foodsharing-Initiativen gebildet. Lebensmittel, die man übrig hat und die sich dem Verfallsdatum nähern, kann man mit anderen tauschen oder sie einfach verschenken. Auch unverpackt nimmt an der Aktion teil: Wir geben bald ablaufende Lebensmittel an Foodsharing Kiel weiter.

unverpackt Laden in Kiel
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Steckbrief Marie Delaperrière

Der stylish.de-Steckbrief darf natürlich nicht fehlen. Bitte teile mit uns, was du stylish findest. Pro Kategorie reicht auch schon ein Wort.

Genuss  Eine Käseplatte und guter Wein

Medien  zu viel Info für zu wenig Zeit

Mode  Sachen, die mein Mann für mich auswählt

Reisen  Spanien

Technik  überfordert

Sport  Schlechtes Gewissen! Muss ich wieder machen

Umwelt  wenn ich die Welt retten könnte

Wohnen  Altbauwohnung

Shopping  nicht mein Ding

Beauty  Alles, solange ich meinem Mann und meinen Kindern gefalle :-)

 

Weitere Informationen

Website  www.unverpackt-kiel.de

Facebook  www.facebook.com/unverpackt.kiel.de

Instagram  www.instagram.com/unverpackt_kiel


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Genuss
Schlagwörter
interview, lebensmittel, nachhaltig, nachhaltigkeit


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