Calle Hackenberg: Aufstrebender Food-Fotograf aus Kiel

Calle Hackenberg ist gelernter Fotograf und Buchautor. Seit Februar ist er stolzer Besitzer eines eigenen Studios mit dem Schwerpunkt Food-Fotografie. Wir trafen den wohl talentiertesten Food-Fotografen Kiels zum Interview.

Calle Hackenberg fotografiert Essen und Trinken wie hier z.B. ein Waldbeer-Apricot-Eis
© Calle Hackenberg

stylish.de: Wie kommst du eigentlich zur Food-Fotografie?

Calle Hackenberg: Das ist eher ein Zufall gewesen. Ursprünglich wollte ich im Bereich Modefotografie und Interior arbeiten und habe zu diesem Zweck meine erste Assistenz absolviert. Während dieser Zeit kam als großer neuer Kunde Lidl hinzu, um eine große Deluxe-Variante mit allen Weihnachts- und Osterprodukten zu launchen. Ich wurde beauftragt, die Produkte zu fotografieren und plötzlich fand ich die Arbeit überraschenderweise viel interessanter als Modefotografie. Seitdem hat mich die Food-Fotografie nicht mehr losgelassen. Im Endeffekt besteht meine Arbeit heute aus 80 % Food-Fotografie, 10 % Stillife und ich wünsche mir immer 10 % Interieur, da ich das sehr gerne mache. Hier ist allerdings die Auftragslage etwas schwierig.

© Calle Hackenberg

stylish.de: Wie schwer ist es gerade in Kiel in diesem Bereich Fuß zu fassen?

Calle Hackenberg: Es ist tatsächlich sehr speziell. Das ist natürlich etwas völlig anderes als Porträt- oder Hochzeitsfotografie. Demzufolge habe ich auch keinen Kundenverkehr, wie jemand, der in der Innenstadt sein Atelier hat. Was das Kundenanwerben angeht, habe ich es da schon etwas schwieriger. Das bedeutet, dass die eigentlichen Kunden primär in Agenturen sitzen. Oder es sind große Unternehmen, die als Direktkunden auftreten. Diese muss man mit einem Portfolio in einem persönlichen Vorstellungstermin akquirieren.

© Calle Hackenberg

stylish.de: Wie läuft so eine Akquise ab?

Calle Hackenberg: Da hat jeder seinen eigenen Stil und eigene Einstellung. Ich mache das in der Regel so, dass ich eine Kaltakquise betreibe, indem ich verschiedenen Agenturen und Betrieben ein kleines Paket mit einem Booklet mit schönen Food-Bildern von mir zuschicke. Wenn ich mich bei 30 Agenturen bewerbe, werde ich meistens zu fünf Vorstellungsterminen eingeladen. Dort stelle ich mich als Person, meine Einstellung zur Fotografie und mein Portfolio vor. Darum geht es dann letztlich auch.

© Calle Hackenberg

stylish.de: Hast du manchmal Angst, Kundenansprüchen nicht gerecht zu werden?

Calle Hackenberg: Ich habe davor eher Respekt, als Angst. Wenn jemand an mich herantritt und einen Auftrag für mich hat, dann möchte ich die Arbeit in einer Qualität, die ihm gefällt und die mir zusagt, erbringen. Da muss man einen Weg finden, dass man zusammenkommt. Fängt man damit an, seine Arbeit völlig in Frage zu stellen und Angst davor zu haben, dem Kunden nicht zu genügen, dann stellt man sein Können in Frage. Wenn es dazu kommen sollte, müsste man hinterfragen, ob es so der richtige Weg ist. Da dann ein gutes Stück Selbstvertrauen und der Glaube an die eigne Arbeit fehlen. Ich hinterfrage mich regelmäßig, wenn das so nicht wäre, dann würde man sich nicht weiterentwickeln. Aber sich Angst einzureden, halte ich für nicht angebracht.

stylish.de: Mit welcher Ausrüstung fotografierst du?

Calle Hackenberg: Das ist von Shooting zu Shooting unterschiedlich. Ich habe die gesamte Bandbreite gelernt. Ich kann auch analog fotografieren, ob auf Planfilm, Mittelformat, Kleinbild oder Polaroid. Hauptsächlich fotografiere ich vor allen Dingen Kleinbild Digital und Mittelformat Digital. Das ist das, was die Werbung aktuell verlangt und das, was am meisten Sinn macht.

 

Steckbrief Calle Hackenberg

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Schlagwörter
digital, food, food-fotografie, fotografie, fotostudio, interview, kiel


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